Ein herzliches Bonjour aus Nizza! Ja, ihr lest richtig, unser Urlaub hat endlich begonnenen. Am Freitag Abend sind wir gestartet und aktuell befinden wir uns schon bei unserem fünften Städte-Stopp.

Bevor ich euch in den nächsten 2’834 Blog Post über unseren Road Trip durch Italien und die Côte d’Azur vorschwärme, muss ich zuerst noch eine längst überfällige Hotel Review mit euch teilen.

Warum ich in Gstaad war und wie es mir dort gefallen hat, habe ich euch ja schon hier verraten. Nur habe ich in diesem Post mit keinem Wort erwähnt, wie gut mir dieses Wochenende tat. Als erstmals die Idee aufkam, ganz alleine für ein Wochenende abzutauchen, war ich schon ganz hibbelig und freute mich wie ein kleines Kind auf die Umsetzung meiner Pläne. Doch je näher das Weekend kam, desto unsicherer wurde ich, ob das wirklich so eine gute Idee war…

 

Ich liebe es, unter Menschen zu sein. Denn gibt es etwas besseres, als die schönsten Augenblicke des Lebens mit seinen Liebsten zu teilen und gemeinsam Erinnerung für die Ewigkeit zu schaffen? Wohl kaum! Ich bin ein kommunikativer Mensch, ich lache gerne und viel und brauche meine Herzensmenschen in meiner Nähe, um glücklich zu sein.

 

Dennoch habe ich überhaupt keine Schwierigkeiten auch manchmal Zeit alleine zu verbringen. Ganz im Gegenteil, in regelmässigen Zeitabständen ist es genau das, was ich brauche und was meiner Seele gut tut. Aus diesem Grund zelebriere ich alle paar Wochen meine heiligen, gesprächsfreien Sonntage – 24h vollkommene Ruhe, keine Verabredungen, keine Telefonate – nix. Aber ein ganzes Wochenende alleine durch die Schweiz zu düsen, erschien mir dann doch plötzlich als ein unmögliches Unterfangen.

 

Ganz ehrlich, am Abend vor der Abreise war ich mir nicht mehr sicher, ob ich das wirklich will. Was sage ich da, ich war mir ganz sicher, dass ich das bestimmt nicht will! Ich war kurz davor alles hinzuschmeissen und stattdessen ein spontanes get together mit Freuden zu organisieren – egal was, Hauptsache nicht alleine sein.

 

Ich weiss nicht wie, aber irgendwie konnte ich mich doch noch dazu bringen, einmal mehrmals tief ein- und wieder auszuatmen, mir in Endlosschlaufe mein Mantra „es sind nur 48 Stunden…“ laut vorzusagen, die Horrorszenarien aus meinen Kopf zu verbannen und meinen Weekender zu packen.

 

Und was bin ich froh, dass ich mich für dieses kleine Abenteuer entschieden habe! Das Wochenende war eine pure Wohltat für Körper und Geist. Ich hatte viel Zeit nachzudenken, Pläne zu schmieden (ihr wisst ja, wie gerne ich das mache) und meine Gedanken zu ordnen. Ich genoss es, Entscheidungen vollkommen spontan zu treffen und mich von Augenblick zu Augenblick treiben zu lassen.

 

Einer der Gründe, warum ich mich so wohl und keineswegs einsam gefühlt habe, war zweifelslos das Hotel, für welches ich mich entschieden habe: HUUS Hotel Gstaad.

HUUS Hotel Gstaad

Auf dem Weg zum Lauenensee bin ich bereits beim Hotel vorbeigefahren und war etwas verwundert, dass das Hotel – nicht wie es der Name vermuten lässt – in Gstaad Downtown, sondern in Saanen lag. Offensichtlich hat sich jemand (ich möchte keine Namen nennen) beim Buchen nicht sonderlich konzentriert. Im ersten Augenblick war ich etwas enttäuscht, denn ich wollte ja in Gstaad nächtigen, so wie es für einen richtigen Promi gehört (gemäss Google Maps sind das immerhin 5.2 km! *ironie off*). Nachdem ich aber einige Stunden später Gstaad besichtig habe, war ich froh, dass ich mich wieder nach Saanen aufmachen durfte – ich fühle mich inmitten des normalen Fussvolks definitiv wohler.

 

Wir alle wissen, wie sehr Fotos von der Realität abweichen können – insbesondere wenn es um Hotel Vorstellungen geht. Darum sind die ersten Sekunden in einem neuen, unbekannten Hotel besonders spannend. Von „OMG! Das ist ja noch viel schöner, als auf den Bildern!“ bis zu „OMG! Wir sind im falschen Hotel!“ habe ich alles schon mal erlebt. Erleichtert durfte ich feststellen, dass ich im richtigen Hotel war und dass es wirklich so schön ist, wie es online auf den Bildern den Anschein macht. Ich wurde freundlich empfangen und während meine Personalien aufgenommen wurden, wurde mir ein Willkommensdrink angeboten. Nur wenige Minuten später war ich bereits auf dem Weg zu meinem Zimmer. Ja, der Herr an der Rezeption war sehr speditiv und nicht wirklich gesprächig – was mir sehr entgegen kam.

Das Zimmer

Reden wir uns nichts ein, wer nächtigt nicht gerne in einem wunderschön eingerichteten Zimmer? Ich auf jeden Fall! Jedoch muss ich zugeben, dass ich sehr hohe Erwartungen an ein stimmiges Gesamtbild des Zimmers habe.  Ich muss ein Konzept erkennen, die Einrichtung muss einen roten Faden haben. Was soll ich sagen? Ich war begeistert! Das Zimmer ist im modernen Chalet-Stil eingerichtet. Dunkle Farben mit wenigen Farbtupfern ziehen sich durch das gesamte Interieur, was voll mein Ding ist. Gepaart mit der wunderschönen Aussicht auf die Berner Berge war dieses Zimmer einfach nur ein Traum.

Nicht nur rein ästhetisch war das Zimmer ganz und gar nach meinem Geschmack, auch in der Funktionalität liess es keine Wünsche übrig. Das Bett war unbeschreiblich bequem, die Bettwäsche butterweich und jedes einzelne Möbelstück war praktisch und hatte seine Daseinsberechtigung (an dieser Stelle eine Ruheminute an all die Hotelzimmer-Schreibtische, die nie genutzt werden).

Room Service

Ich bin ein grosser Room Service Fan. Hallo?! I mean: anrufen und jemand bringt dir das Essen ans Bett? Ist das nicht der Traum eines Jeden? Wenn ihr ganz meiner Meinung seid, dann müsst ihr jetzt stark sein. Sehr stark. Das HUUS Hotel Gstaad bietet keinen Room Service an. KEINEN ROOM SERVICE. Punkt.

Aber es besteht dennoch eine Möglichkeit, im Zimmer zu essen: Man kann sein Essen telefonisch bei der Rezeption bestellen und dann selbst an der Bar abholen. Eigentlich eine akzeptable Alternative, wenn da nicht das „aber“ wäre…

 

Aber… #1

Der nette (aber nicht sehr gesprächige) Herr von der Rezeption hat mich informiert, dass das Essen in ca. 20 Minuten abholbereit ist. Meine Rückfrage, ob ich angerufen werde, wenn es dann definitiv so weit ist, hat er verneint. Ich solle in 20 Minuten an die Hotelbar kommen, bis dann sollte das bestellt Essen bereit stehen.

Nach 20 Minuten stand mein Wein abholbereit an der Hotelbar – yay! Vom Essen noch keine Spur – aber lieber so, als andersrum. Leider wurde mir nicht der Wein kredenzt, welchen ich bestellt habe, aber egal, wenigstens die Farbe hat gestimmt – ich bin genügsam. Nach einigen Minuten war auch das Essen da und ich durfte mich auf den Weg zurück ins Zimmer machen.

Aber… #2

Jede der Speisen (Vorspeise, Hauptspeise und Beilage) war einzeln in eine Take Away Box aus Plastik gepackt. Reden wir uns nichts ein, ich bin keine Mutter Theresa und mein ökologischer Fussabdruck ist auch weit davon entfernt, perfekt zu sein. Jedoch gebe ich mir Mühe, bewusst und umweltfreundlich mit Ressourcen umzugehen. Ich verstehe aber mit bestem Willen nicht, warum man Speisen auf diese Art verpackt. Noch weniger, wenn man bedenkt, dass sie nur enige Augenblicke später in-house konsumiert werden.

Aber… #3

Das doofe an drei Take Away Boxen ist nicht nur, dass sie verschwenderisch, sondern auch unglaublich schwierig zu transportieren sind. Zwei Hände, keine Tragetasche, dafür ein Glas Rotwein und Besteck. Als ein aufmerksamer Barmitarbeiter meine anfänglichen Transportschwierigkeiten mitbekommen hat, bot er mir sofort seine Hilfe an. Total nett, aber seriously?

„wir bieten keinen Room Serive an… ect ect ect… Sie müssen ihr Essen selbst abholen… usw usf… in 20 Minuten steht alles bereit… jajaja…“

Und dann steht ein lieber, junger Herr lächelnd vor mir und möchte mir mein Essen auf Zimmer bringen? Am liebsten hätte ich ihm mein Leid geklagt, erzählt wie müde ich bin, dass mein Baby-Hund alleine und verzweifelt im Zimmer auf mich wartet, dass ich eigentlich schon im Bademantel im Bett eingekuschelt lag, vor Hunger bestimmt gleich tot umfalle UND DASS DIESES ANGEBOT 30 MINUTEN ZU SPÄT KOMMT. Da er aber so lieb ist, so nett lächelt und mich freundlich anschaut, lächle ich herzlich zurück, bedanke mich für sein Angebot und versichere ihm, dass ich das ganz alleine schaffe.

Aber… #4

Oke, es wird an Zeit zu beichten. Ich habe mir einen Burger bestellt und dazu habe ich Pommes bekommen (ihr erinnert euch, fein säuberlich, separat verpackt). Aber was passiert, wenn man einen warmen Burger luftdickt verpackt? Jep, genau das gleiche was auch mit warmen Pommes passiert, wenn man sie luftdicht verpackt: beides wird durch das kondensierte Wasser pampig und feucht. Hunger ist bekanntlich der beste auch ein Koch und somit lag ich schlussendlich wohlgenährt in Mitten von einem Arsenal an Plastik Boxen und Deckeln in meinem Bett und nippte am Rotwein.

 

Hunde Kompatibilität

Wenn man lieb zu meinem Hund ist, dann hat man mich schon um den Finger gewickelt. Der nette, nicht gesprächige Herr von der Rezeption hat sofort ein Hundebettchen ins Zimmer bestellt, nachdem er Milo entdeckt hat. Zu unserer Überraschung wurde nicht nur ein Körbchen ins Zimmer gebracht, sondern auch ein Napf und ein Leckerchen für den kleinen Mann. Muss ich hier noch explizit erwähnen, wie sehr Milo sich gefreut hat? Das Leckerchen war innerhalb von wenigen Sekunden weg und übrig blieb ein zufriedener Hund im Körbchen.

 

Frühstück

Nach der kulinarischen Enttäuschung vom Vorabend, war meine Euphorie bezüglich des anstehenden Frühstücks etwas grösser als sonst schon (also sehr gross!). Wie ihr wisst, bin ich ein Frühstückstiger und habe hohe Erwartungen an ein gutes Brunch-Buffet. Die Auswahl im HUUS Hotel Gstaad war überschaubar, aber vollkommen ausreichend und qualitativ top. Zu meiner grossen Freude gab es unter anderem auch Porridge – wovon ich mich schlussendlich hauptsächlich ernährt habe.

 

Preis

So jetzt Butter bei die Fische. Für das Doppelzimmer zur Einzelbenutzung mit Frühstück habe ich CHF 150 bezahlt, für Milo musste ich zusätzlich CHF 15 bezahlten. Meiner Meinung nach ein vollkommen fairer Preis.

Die Kosten für den „kind of Room Service“ beliefen sich auf rund CHF 80 Franken – so viel kostete mich eine kleine Portion Aubergine Parmigana zur Vorspeise und einen Cheesburger mit Pommes. Abgerundet wurde dieses Festmahl mit einem Glas Rotwein. Meiner Meinung nach vollkommen überteuert, besonders im Hinblick auf das ernüchternde Geschmackserlebnis und das ganze Drumherum.

 

Fazit

Ob ich wieder im HUUS Hotel Gstaad wohnen würde? Ja, definitiv! Das Hotel, die Zimmer, der Umschwung, die Lage, die Aussicht waren einfach unglaublich schön. Nicht nur ich, auch Milo hat sich sehr wohl gefühlt. Ich habe wir ein Murmeltier geschlafen, mich richtig gut erholt und Energie getankt.

Beim nächsten Besuch würde ich aber auf diese Art von Room Service verzichten und lieber auf dem Weg zum Hotel eine Pizzeria ausrauben, oder mir den grossen Hunger für das leckere Porridge aufheben.

 

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