Ich kann es nicht glauben! Mein Baby feiert heute seinen ersten Geburtstag. Eigentlich ist er schon seit einigen Monaten kein Puppy mehr, aber irgendwie wollte ich mich bis vor kurzen nicht von dem Gedanken lösen, einen Welpen im Haus zu haben. Seit ich aber kürzlich das erste Mal Adult Futter für den kleinen Mann kaufen musste, sind alle Illusionen zerstört. Mein Baby ist nun ein grosser Junge.

Es ist schon lange her, seit ich einen ganzen Post Milo gewidmet habe. Darum nehme ich seinen ersten Geburtstag zum Anlass, um euch über alle Neuigkeiten in Bezug zu ihm und unserem gemeinsamen Leben in Kenntnis zu setzten.

Not just Milo

Dass mein Hund Milo heissen wird, steht schon lange vor seiner Geburt fest (blame it on Gossip Girl). Aber Milo ist nicht nur Milo. In den vergangenen Monaten sind viele Kosenamen dazu gekommen. Milo ist:

Bebi, Schatz, Hund, Lord Milo (Namensgeber: mein Bruder), King Milo (Namensgeberin: Miss L), Milosch (Namensgeber: mein Daddy), Stinker, Schmusi (Namensgeber: el Jefe), mali Princ (serbisch für kleiner Prinz), Professore, Klempo (serbisches Kosewort für jemanden mit abstehenden Ohren), to be continued…

„Soo en grosse Bueb“

Ja, diese Worte bekommt der kleine Mann in letzter Zeit oft zu hören. Er ist nun wirklich gross, also relativ gross… Halt ausgewachsen-gross. Im Vergleich zu anderen Hunderassen ist und bleibt Milo klein, dafür steht er mit seinem Temperament keinem Hund nach. Aktuell wiegt er schätzungsweise 4.8 kg (ja, das Wiegen erweist sich noch immer sehr schwierig) bei einer Schulterhöhe von 28cm. Grösser wird er nicht mehr. Aber seinem Appetit nach zu urteilen, besteht die Gefahr, dass er etwas in die Breite geht. Da es genügt, wenn eine Person im Haushalt mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hat, setze ich alles dran, dass Milo nicht aus der Form gerät. Gar nicht so einfach, denn Milo hat einen guten Riecher und findet immer und überall etwas zu fressen (wer wirft ein ganzes Sandwich in ein Feld?).

Wie ist Milo?

Milo hat zwei Gesichter – wenn wir unterwegs sind, ist er unglaublich neugierig, möchte an allem und jedem schnuppern und JEDEN Hund überschwänglich begrüssen. Das hinterlässt oft den Anschein, dass ich einen hyperaktiven, nervösen Hund habe. Sobald wir es uns irgendwo bequem gemacht haben, im Büro oder zu Hause sind, verkriecht er sich und schläft. Und schläft. Und schläft.

Milo ist ein kleiner Polizist. Er muss immer alles beobachten und den Überblick behalten. Wenn in der Hundeschule seine Kameraden zu wild miteinander spielen, dann versucht er die Ordnung wieder herzustellen indem er sie mahnend anbellt. Wenn das nichts bringt, dann schaut er uns Menschen verdutzt an, so ganz nach dem Motto „he, warum unternehmt ihr nichts?!“.

Grundsätzlich steht Milo unbekannten Menschen (besonders unbekannten Männern) sehr skeptisch gegenüber. Er steht nicht gerne im Mittelpunkt und mag es nicht, wenn Fremde ihn anfassen wollen. Wie bei den meisten Männern, ist auch bei Milo ignorieren die beste Taktik. Wenn man ihm etwas Zeit gibt sein Gegenüber zu beschnuppern, dann ist es nur noch eine Frage von Minuten, bis er mit genau jener Person kuscheln möchte.

Glücklicherweise ist er nicht mehr so Gassi-faul, wie er es früher war. Meistens springt er zur Tür, bevor ich den Satz „Milo, gönd mier go laufe?“ zu Ende gesprochen habe. Mittlerweile kann ich ihn problemlos ohne Leine laufen lassen, der Rückruf funktioniert in den meisten Fällen einwandfrei. Komischerweise klappt das „bei Fuss“ gehen ohne Leine auch besser, als angeleint. Aber auch an der Leine löst sich der Knoten langsam aber sicher und Milo versteht ENDLICH, dass ich es richtig uncool finde, wenn er zieht.

Nach einem langen Gespräch mit unserem Tierarzt, habe ich mich vor einigen Wochen dazu entschlossen, Milo kastrieren zu lassen. Vorerst nur chemisch, da wir zuerst sehen wollten, ob und wie stark sich sein Charakter durch das Kastrieren verändert. Soviel dazu: mein Hund ist verschmuster denn je, aber auch verfressener, als er es vor der Kastration war. Glücklicherweise ist auch sein penetrantes Interesse an Hündinnen endlich weg.

Milo’s grösste Herausforderungen

Milo ist ein richtiges Mama Kind. Ohne mich, ohne ihn. Eigentlich total süss, nicht? NEIN! Das krankhafte auf mich fixieren ist anstrengend, für mich, wie auch für Milo. Glücklicherweise funktioniert das alleine zu Hause bleiben relativ gut, dafür ist es mit grossem Gejaule und Wimmern verbunden, wenn er mit jemanden kurz warten muss, während ich irgendetwas erledige. Drama King Delux.

Eigentlich habe ich einen sehr folgsamen Hund. Ein „aus“ genügt, und er spuckt alles reflexartig aus dem Mund. Naja, fast alles. Handelt es sich dabei um etwas essbares, was er jedoch nicht essen dürfte, dann stellt Milo genau jedes „aus“ – mit „Lauf Milo, lauf!“ gleich.

Warum ich ihn liebe

Ein Blog Post alleine genügt nicht, um all die Gründe aufzuzählen, warum ich meinen kleinen Fellknäuel so sehr liebe. Darum konzentriere ich mich auf dich wichtigsten:

  • Keiner freut sich so sehr mich zu sehen, wie Milo. Auch wenn unsere Trennung keine 2 Minuten dauerte, ist seine Wiedersehensfreude jedes Mal immens.
  • Er liebt mich so, wie ich bin. Ob frisch aus dem Bett oder glamourös geschminkt, für ihn bin ich immer eine Heldin.
  • Und dabei ist er mein Held! Denn er stellt sich täglich seinen Ängsten.
  • Er übt mich in Geduld und zeigt mir, dass man in stressigen Momenten nur mit Ruhe weiter kommt.
  • Er hält mich fit.
  • Er kann sich über die kleinsten Kleinigkeiten riesig freuen.
  • Dank Milo geniesse ich das Hier und Jetzt bewusster und intensiver.
  • Er braucht nicht viel zum glücklich sein: mich und etwas zu essen.
  • Ich liebe es, wie er mich mit seiner ausgestreckten Zunge anschaut, wenn er müde ist. Wie er seinen Kopf hin und her bewegt, wenn ich mit ihm spreche. Dass er wie aus der Kanone geschossen zu mir rennt, wenn ich ihn rufe. Wie er grimmig knurrt, wenn ich ihn in seinen Korb schicke. Wie er sich sofort auf den Rücken dreht, wenn ich mit ihm kuschle. Dass er wie ein Reh spring, wenn er sich freut. Wie er sich versucht zu verstecken, wenn er hört, dass ich Badewasser einlasse. Wie sehr er bemüht ist, mich zufrieden zu stellen. Wie er unter die Decke kriecht, wenn wir gemeinsam auf der Couch netflixen.
  • Ich liebe ihn, weil er mich glücklich macht.

Und zur Feier des Tages folgen nun meine allerliebstenlieblings Bilder von meinem kleinen Geburtstags-Hund.

 

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