Mögt ihr euch an mein 2017 Goal „Geld bewusster ausgeben“ erinnern? Nicht? Ihr könnt beruhigt sei, ich kann mich auch nur trüb. UND GENAU DAS IST DAS PROBLEM!

Ich befinde mich in einer sehr glücklichen Lage, einen tollen Job zu haben. Ein Job, der mir Spass macht, der mich fordert und fördert, der abwechslungsreich ist und bei welchem ich Verantwortung tragen darf. Ein Job mit dem besten Chef und der liebsten Mitarbeiterin EVER. Und ein Job der mir eine finanzielle Sicherheit bietet und es mir ermöglicht, mir Gegenstände und Urlaube zu finanzieren, für die andere viel länger sparen müssen.

Ja, ich habe hart dafür gearbeitet um hier zu sein, wo ich jetzt bin. Ich habe jahrelange gebüffelt, Überstunden geschoben und auf vieles verzichtet, was für meine Altersgenossen zum täglichen Spassfaktor dazu gehörte. Und ja, ich bin stolz darauf, dass ich seit meinem 14. Lebensjahr mein eigenes Geld verdiene.

Ihr hört, mir geht es gut und eigentlich habe ich keinen Grund zu klagen. Eigentich, denn auf etwas bin ich ganz und gar nicht stolz: Die Aufteilung meiner monatlichen Ausgaben. Im Post vom letzten Januar habe ich einige Beispiele genannt:

„Gleichzeitig werfe ich aber Unmengen von Geld für vollkommen unnötige Käufe oder aus purer Bequemlichkeit aus dem Fenster. Wie oft habe ich Zeitschriften gekauft (und die sind in der Schweiz unverschämt teuer!) und hab sie nicht mal gelesen? Oder wie oft war ich einfach zu faul zum einkaufen und bevorzugte es stattdessen, mir im Yooji’s den Bauch mit Sushi vollzuschlagen? Besonders die zweite Frage kann ich mit NICHT OFT GENUG VIEL ZU OFT beantworten!“

Ob sich in den vergangenen 6 Monaten irgendetwas an diesen Umständen geändert hat? Kaum. Ok, ich muss zugeben, dass ich praktisch keine Zeitschriften gekauft habe *yay!* dafür vergeht aber kaum eine Woche, in welcher ich nicht irgendwelchen Ramsch für Milo mit nach Hause schleppe (was er – wohlbemerkt – innerhalb von 1,48 Minuten nach Erhalt zerstört) oder praktisch kein Tag, an welchem ich mir nicht einen (oder zwei) leckere Cold Brews aus dem Starbucks gönne. Richtig die Augen geöffnet hat mir letzten ein Besuch bei H&M. Ich wollte nur kurz rein, um ein ärmelloses, schwarzes, schlichtes Shirt zu kaufen. Ich wusste GENAU welches! Wie es so im H&M ist, fand ich das gewünschte Shirt leider nicht, dennoch stand ich an der Kasse und habe knapp CHF 180 liegengelassen. Klar habe ich eine riesen Freude an den Stücken, die ich gekauft habe und natürlich trage ich sie jetzt oft und gerne. Aber habe ich sie gebraucht? Definitiv nicht! Nicht nur mein Kleiderschrank ist voll, sondern auch meine Schränke im Bad und in der Küche. Aktuell brauche ich kein neues Kleidungsstück, kein neues Duschgel oder keine neue Bodylotion. Auch die wunderschöne Müsli-Schale, die mich so frech anlächelt ist vollkommen überflüssig. Ihr seht, bin ich nicht wirklich da, wo ich hin will. Aber wo will ich denn hin?

Buy less, choose well, make it last.

Ich möchte mein Geld bewusster ausgeben. Mich bei jedem Kauf hinterfragen „brauche ich das wirklich?“ und meine Kaufentscheidungen selektiver treffen. Was ich nicht mehr möchte, ist ein Teil der Konsumgesellschaft sein in welcher es sich alles um „mehr ist mehr“ dreht.

Versteht mich nicht falsch, ich werde mir auch zukünftig ein neues Paar schicke Schuhe kaufen, mich regelmässig mit Freunden zu einem Drink oder Abendessen treffen, mir einen wahnsinnigen Wunsch erfüllen und wahrscheinlich trotz der selektiven Kaufentscheide immer noch mehr haben, als wirklich brauche. Aber ich möchte nicht mehr spontan, unüberlegt und im Überfluss einkaufen, sondern mit Bedacht.

Ich weiss nicht wie es euch geht, aber um an meinen Gewohnheiten nachhaltig etwas ändern zu können, muss ich detoxen. Darum werde ich im August meine Ausgaben detoxen! Jaaaa, eine neue #FiniaChallenge!

Meine Regeln:
  • Nur Cash bezahlen.
    Studien haben ergeben (wenn der Satz so beginnt, dann hat man mich schon!), dass man viel weniger Geld ausgibt, wenn man bar bezahlt. Darum werde ich meine EC und Kreditkarten im August in Urlaub schicken. Ausnahmen: Online Shopping.
  • Nur kaufen, was ich wirklich brauche.
    Wenn ich im August meine Tagescreme aufbrauchen sollte, dann werde ich mir selbstverständlich eine neue Tagespflege nachkaufen. Und ich werde nicht auf das günstigste Produkt zurückgreifen, sondern dieses kaufen, welches ich auch ohne diese detox Challenge kaufen würde. Ich werde mich aber NUR auf diese Tagescreme beschränken und nicht die neue, ultimativ gehypte Augencreme auch noch dazukaufen.
  • Nur bei Verabredungen auswärts essen gehen.
    Die Zürcher Take Away Auswahl ist der Wahnsinn! Leider. Denn aufgrund reiner Bequemlichkeit hole ich mir Mittags sehr oft etwas leckeres zu essen. Damit ist Schluss! Wenn ich mit Freunden verabredet bin, werde ich mich weiterhin von der Züricher Gastronomievielfalt kulinarisch verwöhnen lassen. Aber ansonsten möchte ich wieder old school mässig Lunchboxen packen.
  • Nur mit Einkaufsliste einkaufen.
    Und nur das kaufen, was auf der Liste steht.
  • Ausgaben aufschreiben.
    Studien haben ergeben (haha), dass man weniger Geld ausgibt, wenn man sich die Ausgaben aufschreibt. Btw, dafür gibt es tolle Apps, ich nutze am liebsten MoneyBook.
  • Wunschlisten schreiben.
    Wenn mir irgendetwas gefällt, dann kommt es vorerst Mal auf eine Wunschliste (z.B. diese 😉 ). Falls mir das entsprechende Teil einfach nicht aus dem Kopf gehen will, darf ich es NACH Ablauf der Ausgaben-Detox-Challange gönnen. Cheaten? Nein! Studien haben ergeben, dass man Spontankäufe schneller bereut als lang überlegte Käufe. Oke, ich lüge, diese Hypothese habe ich aus der Luft gegriffen und keine Studie darüber gelesen. Da ich jedoch vermute, dass der behauptete Sachverhalt wahr ist, sehe ich ihn als wissenschaftlich bestätigt an (an dieser Stelle hoffe ich, dass mein ehemaliger Statistik Professor NIEMALS meinen Blog entdeckt!).

Miss L konnte ich schon motivieren, bei dieser Challenge mitzumachen. Vielleicht schaffe ich es, auch jemanden von euch mit ins Boot zu holen. Ihr wisst ja, geteiltes Leid ist halbes Leid 😉

UPDATE: eine liebe Instagramerin hat mich auf folgenden Artikel aufmerksam gemacht: My ‘buy nothing year’: How one woman saved £22,000. Obwohl ich die Vorgehensweise dieser Dame zu krass finde, ist der Artikel sehr lesenswert! Check it out.

 

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